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Baden-Baden

Donnerstag, 22. Dezember 2011

 

Max Markgraf von Baden hielt bis zuletzt die Treue − Bemerkenswerte Geste des Festspielhauses − Ermano Sens-Grosholz′ Stimme erklang in der Stiftskirche mit Nessun Dorma und O sole mio

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Baden-Baden, 22.12.11, 00:15 Uhr Bis zuletzt hielt Max Markgraf von Baden dem am vergangenen Mittwoch gestorbenen Ermano Sens-Grosholz die Treue und führte die kleine Schar von Trauergäste an, die sich gestern Nachmittag zur Trauerfeier für den großen Mäzen der Stadt in der Baden-Badener Stiftskirche einfand. Wegen der zeitgleichen Trauerfeier für einen verdienten städtischen Bediensteten war Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner nicht zur Trauerfeier in die Kirche gleich neben dem Rathaus gekommen. Gekommen war dafür die ehemalige Oberbürgermeisterin Sigrun Lang, die 1998 bei ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin die engagierte Unterstützung von Ermano Sens-Grosholz als Wahlhelfer fand. Dem damals dann durch die Wahlniederlage abgelösten Ulrich Wendt hatte Ermano Sens-Grosholz nie verziehen, dass dieser den Ruhm für das damals gebaute Festspielhaus für sich selbst beanspruchte. Bis zuletzt litt Ermano Sens-Grosholz unter der fehlenden Anerkennung für die von ihm auf den Weg gebrachte Idee des Festspielhauses Baden-Baden. Eine bemerkenswerte Geste zeigte das Managements des Festspielhauses mit einem farbenprächtigen Kranz zu Ehren von jenem, dem es wohl in allererster Linie die Existenz des nun so erfolgreichen Hauses zu verdanken hat. Während der Trauerfeier erklangen zwei von Ermano Sens-Grosholz gesungene Stücke «Nessum dorma» und «O sole mio». Letzteres ist auch im Programm von goodnews4Baden-Badenzu hören. Ermano Sens-Grosholz singt O sole mio Die Trauerrede hielt Pfarrer Lorenz Seiser. Für das «Comité zur kulturellen Förderung Baden-Baden e. V.» hielt Christian Frietsch die Trauerrede. Der Wortlaut dieser Rede: «Verehrte Königliche Hoheit, liebe Frau Guth, verehrte Trauergäste, die Linken hielten ihn für einen Rechten. Die Rechten hielten ihn für einen Linken. Die Etablierten hielten ihn für einen Rebellen. Die Rebellen hielten ihn für einen Etablierten. Die Konservativen hielten ihn für einen Querulanten und die Avantgardisten für einen ewig Gestrigen. In dem unzulänglichen, manchmal fantasielosen Koordinatensystem unserer gesellschaftlichen Landkarte ließ sich Ermano Sens-Grosholz aber nirgendwo hin verorten. Oder gar verbannen. Genau in jenem Jahr der großen Zeitenwende 1918 geboren, als die royalen Häuser in Mitteleuropa danieder sanken, behielt Ermano Sens-Grosholz dennoch etwas Royalistisches in seinem Herzen. Dies weniger im politischen Sinne als im Sinne der höfischen Ordnung und deren Zeremonienkunst. Die Kunst. Das wurde seine Welt. Doch davor hatte ihn der mörderische Zweite Weltkrieg Krieg in seinen Klauen. Wie wenig er mit politischen Kategorien am Hut hatte, aber umso mehr seinen Wertvorstellungen verhaftete war, zeigt eine Begebenheit, die sich zutrug als Ermano Sens-Grosholz Soldat war und die er in seinem Buch selbst erzählt: ‘Ich war ein friedliebender Mensch und konnte Ungerechtigkeiten nicht ertragen. Hitler war mir egal. Aber ich rebellierte, wenn Menschen schlecht behandelt wurden und das passierte einmal in München. Wir mussten durch die Stadt marschieren und sollten die Fahne grüßen, was ich als absoluten Unsinn empfand. Mein Nachbar hatte wohl vergessen einmal die Fahne zu grüßen und erhielt dafür eine Ohrfeige vom SA-Führer. Den habe ich mir dann gepackt und gesagt: Man schlägt doch nicht jemanden nur weil er die Fahne nicht grüßt. Diese Einmischung war damals sehr gefährlich, aber das war mir bewusst, ich konnte Unrecht einfach nicht ertragen.’ Heute würde man für diese Bereitschaft sich einzumischen als Zivilcourage bezeichnen, doch damals war das Risiko und der mögliche Preis für diesen Mut ungleich höher als in unseren vergleichsweise friedlichen Zeiten. An Mut hat es Ermano Sens-Grosholz also nicht gefehlt. Und an dem dafür notwendigen Selbstbewusstsein mangelte es auch nicht, wie eine weitere von ihm geschilderte Geschichte zeigt: ‘Der Bayrische Rundfunk wurde auf mich aufmerksam und lud mich nach München ein. Ich hielt mich damals in Genua auf. Der Dirigent Karl Graunke sagte: Sie können nicht aufhören zu singen, wir haben einen Mangel an Tenören. Damit hatte er allerdings Recht. Alle Tenöre der damaligen Zeit waren klein und dick. Ich war der einzige Tenor der groß, fotogen und gut aussehend war. Der Dirigent rief den Intendanten an und sagte: Max, komm rüber. Wenn Du diesen Tenor hier hörst, dann wirst du alle anderen Tenöre entlassen.’ Seine Karriere als Tenor gab Ermano Sens-Grosholz aber bald auf, doch seine Liebe zur Oper und zu den Tenören blieb. Das war ein Glück für unsere Stadt, denn in den 90er Jahren folgten alle großen Stimmen dieser Welt seinem Ruf und kamen ins Kurhaus Baden-Baden zu den Veranstaltungen Gala de l′Europe. Auch die unvergesslichen Tenöre Placido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras gehörten dazu. Er stimmte so unsere damals etwas verschlafene Stadt ein auf seine Idee eines Festspielhauses und gab so den Anstoß für die Blüte, die unsere Stadt seit nun mehr als 10 Jahren erleben darf. Mit unserem Dank können wir seine Leistung nicht ausgleichen, aber vielleicht wenigstens ein Zeichen setzen mit einem kleinen Denkmal, wie es Richard Schmitz angeregt hat. Vielleicht in jenem Festspielhaus, dessen Erfolg nun viele Väter hat. Wie dem auch sei, in der Seele unserer Stadt wird Ermano Sens-Grosholz immer seinen Platz behalten. Und wir, Ihre Weggefährten, behalten Sie, lieber Ermano Sens-Grosholz nicht nur in Erinnerung, weil Sie so gutaussehend, groß und fotogen waren, sondern wegen Ihrem großen Herzen, Ihrer Tatkraft und Ihren Ideen. Und sollte der liebe Gott für das Jenseits auch ein Festspielhaus planen, wird er Sie dort, wo Sie jetzt sind, bestimmt einbestellen. Ich habe Sie ja immer so angeredet, obwohl Sie alles andere als ein Militarist waren. So sage ich es jetzt noch einmal. Adieu mon General.»

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Weitere Meldungen für Baden-Baden und Rastatt mit Polizeibericht, 21. Dezember 2011

Von der Fahrbahn abgekommen − Autofahrer ließ Auto stehen und flüchtete
Gaggenau, Polizeibericht Am Dienstagnachmittag wurde der Polizei telefonisch mitgeteilt, dass ein unfallbeschädigtes Fahrzeug neben der Auffahrt zur B 462 vom Kreisel der Max-Roth-Straße kommend liegen würde. Als die Beamten an der Unfallstelle eintrafen, befand sich niemand mehr im Fahrzeug. Nach den ersten Ermittlungen war der zunächst unbekannte Fahrer nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, hatte die dort beginnende Schutzplanke überfahren und war anschließend nach rechts über die dortige Böschung gestürzt. Das Fahrzeug war nach etwa 8 Metern wieder auf den Rädern zum Stillstand gekommen. Am Mittwochmorgen konnte der Fahrer, ein 31-Jähriger aus Gaggenau, ermittelt werden. Bereits am Tag zuvor hatte die Polizei vergeblich die Halteranschrift aufgesucht und umgrenzende Krankenhäuser und Arztpraxen nach einer verletzten Person abgefragt. Der Sachschaden bei dem Unfall wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

Versuchter Einbruch in Einkaufsmarkt
Bietigheim, Polizeibericht In der Nacht von Montag auf Dienstag wollten unbekannte Täter über das Dach in einen Einkaufsmarkt in der Straße Schneidergarten einbrechen. Der Einbruchsversuch wurde erst im Laufe des Dienstagvormittags bemerkt, da Regenwasser in den Einkaufsraum lief. Eine Nachschau ergab, dass von den unbekannten Tätern eine Fläche von etwa 2 qm Ziegeln abgedeckt wurde und die darunter liegende Dichtungsfolie und Dämmplatten beschädigt worden waren. In das Gebäudeinnere drangen der oder die Täter nicht. Der angerichtete Sachschaden beträgt mehrere hundert Euro. Hinweise an den Polizeiposten Bietigheim, Tel. 07245/91271-0.

Einbruch in Muggensturmer Sporthalle
Muggensturm, Polizeibericht In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule in der Bahnhofstraße eingebrochen. Der oder die Täter waren nach dem gewaltsamen Öffnen einer Seiteneingangstür eingedrungen und hatten im Geräteraum drei Schränke aufgebrochen und daraus diverses Sportgerät entwendet. Der angerichtete Sachschaden beträgt mehrere hundert Euro. Hinweise an den Polizeiposten Kuppenheim, Tel. 07222/47002.

Unfallflucht
Ötigheim, Polizeibericht Rund 8.000 Euro Sachschaden verursachte ein noch unbekannter Fahrzeuglenker, der am Dienstagabend ein in Höhe Heinrich-Hertz-Straße 4 abgestellten Peugeot 206 beschädigte. Nach bisherigem Sachstand handelt es sich bei dem verursachenden Fahrzeug vermutlich um einen Lkw. Hinweise zu der Unfallflucht nimmt das Polizeirevier Rastatt, Tel. 07222/761-0, entgegen.

Von der Straße abgekommen
Rastatt, Polizeibericht Am Dienstagabend um 22.4 Uhr kam ein 19-jähriger Autofahrer beim Abbiegen von der Karlsruher Straße in die Niederwaldstraße aufgrund überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und kollidiert mit dem Zaun eines Einkaufsmarktes. Dabei entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Wildunfall
Gernsbach, Polizeibericht Am Mittwochmorgen gegen 05.30 Uhr erfasste ein auf der L 564 in Höhe der Bauschuttdeponie fahrender Seat-Lenker ein die Straße überquerendes Wildschwein. Das Tier wurde nach der Kollision auf die Gegenfahrbahn geschleudert und von einem entgegenkommenden Pkw nochmals überfahren. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren hundert Euro.

Roller bei Verkehrsunfall leicht verletzt
Gaggenau, Polizeibericht Beim Einfahren von der Unimogstraße in die Waldstraße missachtete am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr eine 47-jährige Fiat-Lenkerin die Vorfahrt eines von links kommenden 35-jährigen Rollerfahrers. Dieser kam bei der Kollision zu Fall und erlitt dabei leichte Verletzungen. Der Sachschaden wird auf 2.000 Euro geschätzt.

Auffahrunfall
Gernsbach, Polizeibericht Auf der B 462 in Höhe eines Autohauses ereignete sich am Dienstag um 17.15 Uhr ein Auffahrunfall bei dem ein Sachschaden von etwa 4.500 Euro entstand. Ein 23-jähriger Autofahrer war auf einen vor ihm verkehrsbedingt stehendes Auto eines 35-Jährigen aufgefahren.

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